tänzerische Erbe des Estilo Milonguero. Dieser äusserlich unspektakuläre Stil hat es aber in  sich. Man kann sich von heute auf morgen dafür begeistern, der Erlernen braucht dagegen Geduld.   Die letzte Generation von Tänzern, die die Goldenen 40er aus eigener Erfahrung kennt, ist  heute über 80 Jahre alt. Und viele der besten Tänzer sind längst gestorben. Es werden immer  weniger. Damit geht eine Kultur immer schneller verloren, die nur rudimentär dokumentiert ist.     Zum Glück sind immer mehr junge Tänzer vom Estilo Milonguero und seinen tänzerisch  fast grenzenlosen Entwicklungsmöglichkeiten fasziniert. Seit Jahren zieht ein Revival des Estilo Milonguero in Bs As seine Kreise, das erst jetzt allmählich nach Europa überschwappt.      Europa hinkt dieser Neuorientierung etwas hinterher, weil das europäische Revival der 80er-   und 90er-Jahre vom Bühnen-Tango geprägt wurde. Dummerweise kann man an einer  vollen Milonga – und jede gute Milonga ist übervoll – mit Bühnen-Tango nur Frust ertanzen.   Unsere Gastlehrer haben mit vielen noch lebenden Zeitzeugen intensiv gearbeitet. Diese Tänzer  sind einfache Menschen ohne grosse didaktische Fähigkeiten. Mit der Technik der Dekonstruktion  ist es ihnen trotzdem gelungen, eine ganze Reihe von Geheimnissen wieder aufzudecken.  So bereichert eine neue Generation die Renaissance, die den Estilo Milonguero Nuevo zum würdigen Nachfolger des Estilo Milonguero Viejo macht. Soviel Wandel muss möglich sein. Damit  Tango Argentino nicht zu touristischem Museumsbetrieb verkommt.
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