Workshop 2: womenINDEPEND – dem Führungsdiktat eine lange Nase drehen. Sa 04. + So 05. Okt. 2008 / 15:30 –17:30 Uhr / CHF 100 pro Person. Um eines gleich vorwegzunehmen: dieses Thema betrifft Führende wie Folgende gleichermassen.  Beide Rollen finden in diesem Widerspruch eine Fülle von Möglichkeiten den eigenen Stil zu  bereichern, mehr Tanzspass zu haben, seinem Gegenüber sehr viel mehr Tanzspass zu schenken.  Klar ist es Lernziel jeder Folgenden, gekonnte Führung eins zu eins umzusetzen. Und trotzdem ist  nichts langweiliger als eine Tanzpartnerin, die ihre Rolle auf dem Parkett für immer auf jene einer allzeit  bereiten, willigen Vollstreckerin beschränkt und damit auf jede spielerische Interaktion verzichtet.  Vielleicht zeigt sich hier klarer als anderswo der Wandel der Rollenverteilung im Tango-Reigen.  Wer sich in Bs As mal die Mühe macht authenische alte Milongueros – und es werden Monat für Monat  weniger – zu beobachten entdeckt schnell, wie wenig Kreativität einige von ihnen Frauen zugestehen.   Frauen von heute mögen anfangs ihre liebe Mühe mit dem Thema Folgen ohne Wenn und Aber im Tango  haben. Aber einmal entdeckt, begnügen sie sich sicher nicht für immer damit – ganz egal wie faszinierend  das Eintauchen in die bedingungslsose Zweisamkeit des Hier und Jetzt für drei kuze Minuten sein mag.  Gery und Fernando zeigen in diesem Workshop auf, wie es möglich wird, den legitimen Anspruch der  autonomen Frau von heute nach mehr Raum im Estilo Milonguero/Apilado umzusetzen, ohne das  Kind mit dem Bad auszuschütten – die Essenz dieses Stils, die intime Verbindung im Paar zu verschenken.  Dabei zeigt sich schnell, dass dieser folgenreiche Freiraum -- der sich zwar vorwiegend im Kleinen  aber Feinen abspielt – auch Führende auf vielen Ebenen bereichert, weil sich neue Türen öffnen und   Routine damit für längere Zeit auf der Wartebank Platz nehmen muss, wo sie im Tango sowieso hin gehört.   Tradtionalisten mag so ein Ansatz ein Graus sein, den sie empört als nicht porteñokonform ablehnen.  Aber um etwas beurteilen zu können, muss man es erst kennen lernen. Denn nicht alles was neu ist, ist  falsch. Und nicht alles was alt ist, ist richtig. Zukunft braucht Perspektive eben genauso wie Herkunft.
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